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Ich bin ein großer Europafan. Ich finde es fantastisch an der Grenze, seine Dokumente nicht vorzeigen zu müssen und und auf einen Stempel in meinem Pass zu warten, sondern einen spurlosen Grenzübergang im Zug zu haben. Niemand muss an der Grenze aussteigen und den Bahnhof wechseln um durch zu fahren. Wir können problemlos einreisen und das macht die Union, zu einem  so schönen grenzenlosen Symbol.

Wir haben die unglaubliche Freiheit in Berlin aufwachen zu können, mit dem Intercity nach Amsterdam zu fahren und von dort mit dem TGV weiterzufahren in Richtung Paris und von dort, mit dem BlaBlaBus nach Rom zu fahren. Die unglaubliche Vielfalt macht unsere Heimat so schön.

Ob man die Grenzenlosigkeit in Amsterdam, oder das Nachtleben in Barcelona kennenlernen möchte, man hat die Möglichkeit dazu, ohne Wochen im Voraus ein Visum zu beantragen. COVID19 hat die Situation bedingt verändert und wir alle spüren die Auswirkungen. Sei es der langgeplante Urlaub in Marseille oder die Wandertour auf dem Fischerpfad in Portugal. Vieles ist ausgefallen/wurde storniert/viele Grenzen wurden geschlossen, so dass man nicht mehr die Freiheit hatte zu reisen. So schnell wurde uns die Reisefreiheit genommen. Da fiel mir auf, wie selbstverständlich ich diese Freiheiten genommen habe und wie sehr ich mich an das Prinzip: „ich fahre zum Flughafen und komme ohne Visum ins Ausland“ gewöhnt hatte.

In den letzten Tagen war ich in Amsterdam um einige Businessthings zu erledigen, dabei fiel mir auf, wie anders das Reisen in Europa geworden ist. Die Bahnfahrten sind die selben, doch die Mottos haben sich geändert. Neben den Tickets wird die korrekte Bedeckung der Mund und Nase beachtet. Man hört Ansagen im Bademeisterton, in mehreren Sprachen und muss sich Fragen wie sehr das noch Europa ist.

keine Borderless Experience mehr

Es ist nicht mehr die Boderless Experience, bei der man das Gefühl hat man wechselt nicht das Land, sondern nur das Bundesland. Es hat sich verändert, aus nachvollziehbaren Gründen. Doch im Ausland wohlfühlen ist aktuell nicht drin. Es hat mich zum Nachdenken angeregt, wie viel europäische Freiheit das noch ist.  Da wurde klar, ich kann den Urlaub lange sein lassen und brauche lange nicht mehr daran denken, die Landesgrenze zu überqueren.

Nach Corona bleibt uns nur übrig, für mehr Freiheit einzustehen und es wieder aufzubauen. Krisen erfordern Lösungen und eine Aufbereitung nach der Bewältigung.

Bleibt gesund und genießt das schöne Sommer!